Was ist das Hasenland?
Einmal im Jahr verwandelt sich ein unscheinbarer Garten am Rande einer Kleinstadt in etwas, das für viele längst mehr ist als nur ein Foto-Event. Das Hasenland ist Amayas Herzensprojekt– ein Ort, an dem Fotografie, Gemeinschaft und Kreativität aufeinandertreffen.
Zwischen Bäumen, Zelten und selbstgebauten Kulissen entstehen an diesem Wochenende über dreißig verschiedene Sets. Von Fashion über Portraits bis hin zu Akt oder Fantasy – die Bandbreite ist riesig. Wer mag, kann Kleider ausleihen, Objektive testen oder sich in Workshops neues Wissen abholen. Und wer einfach mal keine Kamera in der Hand halten will, sitzt am Feuer, redet mit Fremden, die schnell zu Freunden werden, oder lässt sich von der Atmosphäre treiben.
Gerade diese Mischung macht das Hasenland besonders: Hier kommen Menschen aus ganz Deutschland zusammen, um gemeinsam zu fotografieren – oder einfach nur, um Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Denn eine Reise ins Hasenland lohnt sich selbst dann, wenn man keine einzige Aufnahme macht. Es ist dieser seltene Ort, an dem Fremde in wenigen Stunden zu Vertrauten werden, an dem man Geschichten austauscht, die man zu Hause kaum erzählen würde. Ein Wochenende, das man nicht nur mit Bildern, sondern vor allem mit Erinnerungen verlässt.
3 Jahre Hasenland – Entwicklung & Highlights
2022 – Der Anfang im Garten
Die Geburtsstunde des Hasenlands war alles andere als geplant. Nach den langen Pandemiejahren sehnte sich Amaya, die Initiatorin, nach Begegnungen. Also lud sie kurzerhand rund 100 Menschen in ihren Garten ein – ohne große Agenda, ohne feste Strukturen, einfach mit dem Wunsch, einen Raum für Gemeinschaft und Kreativität zu schaffen.
Da es ein solches Event noch nie zuvor gegeben hatte, wusste niemand wirklich, was ihn erwartete. Für manche war es genau das, wonach sie gesucht hatten: ein Ort voller Begegnungen, spontaner Ideen und gemeinsamer Energie. Andere taten sich schwerer – sei es, weil ihre Erwartungen in eine andere Richtung gingen, oder weil sie mit der ungewohnten Fülle an Eindrücken und Menschen überfordert waren. Gerade für manche introvertierte Teilnehmende war das erste Hasenland eine Herausforderung.
Offiziell angesetzt war nur der Samstag, mit einem inoffiziellen Ausklang am Sonntag. Die Stimmung schwankte: zwischen Lächeln und Neugier, zwischen Euphorie und Unsicherheit. Rückblickend war es wohl genau diese Mischung, die den besonderen Startpunkt markierte – roh, ungeschliffen, aber voller Potenzial.
2023 – Wachsen und Verändern
Ab 2023 veränderte sich der Rahmen: Statt eines einzigen Tages wurde das Hasenland zu einem Wochenende. Schon der Freitag wurde zum festen Bestandteil – ein Ankommen und Kennenlernen, bewusst ohne Shootings. Samstag und Sonntag gehörten dann voll und ganz der Kreativität. Damit verschwand der Zeitdruck, der im ersten Jahr für Spannungen gesorgt hatte.
Auch die Infrastruktur wuchs: ein Foodtruck, betrieben von der Metzgerei von Amayas Ehemann, versorgte die Teilnehmenden. Es gab mehr Sets, und am Abend füllte die Sängerin Sarah Bugar das Lagerfeuer mit einem intimen Konzert, das bis heute in Erinnerung geblieben ist. Mit knapp 200 Gästen war die Veranstaltung nicht mehr nur ein Geheimtipp, sondern ein fester Termin im Kalender vieler Kreativer.
Zum ersten Mal fanden 2023 auch Shootings außerhalb des Gartens statt: Eine alte Tankstelle im Ort, wie aus den 90ern konserviert, wurde entdeckt. Seither ist sie zu einem kleinen, inoffiziellen “Klassiker” geworden und wird fast jedes Jahr von Teilnehmenden für besondere Aufnahmen genutzt.
2024 – Der erste Workshop
2024 brachte eine neue Dimension ins Hasenland: Zum ersten Mal fand ein Workshop statt – und das nicht irgendwo, sondern im Capitol. Damit öffnete sich das Event für ein Format, das über das freie Shooting und die spontanen Begegnungen hinausging. Der Workshop bot Raum für gezielten Austausch, gemeinsames Lernen und einen professionelleren Rahmen.
Für viele war das ein Signal, dass sich das Hasenland nicht nur als Treffpunkt, sondern auch als Plattform versteht – ein Ort, an dem sich die Community weiterentwickeln und voneinander profitieren kann, ohne dabei den offenen, lockeren Charakter zu verlieren.
Neben dem Haupt-Event fand 2024 außerdem das Hasenland Village statt – eine deutlich kleinere Ausgabe mit etwa 40 Teilnehmenden, verteilt auf Amayas Studio Capitol und einige ausgewählte Locations. Auch wenn es kompakter war, zeigte sich darin die Essenz des Hasenlands: Qualität über Quantität.
2025 – Die großen Veränderungen
Das Hasenland 2025 markierte den bislang deutlichsten Schritt nach vorne – vor allem in Bezug auf die Sets. Schon seit dem ersten Event standen den Teilnehmenden über 30 Kulissen zur Verfügung. Doch während diese von 2022 bis 2024 weitgehend gleich blieben – mit nur wenigen Ergänzungen oder Variationen – kam es 2025 erstmals zu einem echten Bruch.
Einige der vertrauten Sets verschwanden, dafür hielten neue, weitaus aufwendigere und überwältigendere Kulissen Einzug. Dieser Wandel verlieh dem Event eine frische Dynamik: Während manche die “alten Klassiker” vermissten, waren viele beeindruckt davon, wie konsequent das Hasenland sich neu erfindet und zugleich den Raum für kreative Freiheit erweitert.
2025 markierte auch einen neuen Schritt in der Dokumentation. Erstmals war das Filigree Magazine vor Ort, führte Interviews und sammelte Stimmen ein. Außerdem wurden Workshops im Capitol angeboten und sogar Podcasts aufgezeichnet – ein Zeichen dafür, wie sehr das Hasenland in der kreativen Szene angekommen ist.
Community und Kontinuität
Über die Jahre hat sich eine feste Gemeinschaft gebildet. Viele Gesichter sind von Anfang an dabei, reisen jedes Jahr aufs Neue an, teils von weit her. Gleichzeitig bleibt das Hasenland offen für Neulinge – allerdings nicht ohne Auswahl: Amaya entscheidet persönlich, wer eingeladen wird. Das sorgt für eine respektvolle Atmosphäre, in der Zusammenarbeit und Vertrauen im Vordergrund stehen.
Running Gags und Geschichten
Wie jede gewachsene Community hat auch das Hasenland seine Insider:
- “Im Hasenland regnet es nicht.” – auch wenn die Realität anderes beweist, bleibt der Spruch bestehen.
- “Biberland” – ein augenzwinkernder Kommentar auf die Tierwelt am Bach.
- “Nackt am Lagerfeuer” – eine jährliche Szene, die längst zur Anekdote gehört.
- Und natürlich das allgegenwärtige Stockbrot, ohne das kein Hasenland vollständig wäre.
Fazit
In drei Jahren hat sich das Hasenland von einer spontanen Gartenidee zu einem der besonderen Kreativ-Events entwickelt, die es so kein zweites Mal gibt. Es wächst, verändert sich, bleibt aber seiner Essenz treu: ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, um gemeinsam zu schaffen – ohne Drehbuch, ohne starre Regeln, dafür mit Offenheit, Energie und einer großen Portion Menschlichkeit.
Hasenland x filigree
Als ich im Mai 2022 zum ersten Mal ins Hasenland gefahren bin, war ich ehrlich gesagt skeptisch. Die Strecke war weit, dazu hatte ich eigentlich Konzerttickets, die wegen Corona auf genau diesen Samstag verschoben wurden – und ich kannte vor Ort kaum jemanden persönlich. Ich musste alleine fahren, wusste nicht so richtig, was mich erwartet, und hatte dementsprechend gemischte Gefühle. Heute weiß ich: diese Entscheidung hat mein Leben verändert.
Nach dem Event entstand die erste Hasenland-Sonderausgabe von filigree – eine spontane, fast schon blauäugige Idee. Ich wollte die besondere Stimmung dieses Wochenendes einfangen und festhalten. Ein Video konnte man im Nachhinein nicht mehr drehen, aber ein Magazin konnte das Erlebte auf seine ganz eigene Weise konservieren. Schon damals stapelten sich die Bild-Einsendungen, und es war alles andere als leicht, eine Auswahl zu treffen, die niemanden außen vor lässt. Trotzdem war für mich klar: Das Hasenland sollte als Ganzes gezeigt werden – nicht nur die Arbeiten der bekanntesten Fotograf:innen, sondern der Querschnitt der Community. Auch erste Versuche eines “Vibe Checks” gab es schon, wenn auch noch ungeschliffen: schriftlich eingesammelte Eindrücke Wochen nach dem Event.
Was mich bis heute am meisten prägt, ist das Netzwerken und die Begegnungen vor Ort. Schon 2022 habe ich mit Menschen shooten können, mit denen ich mir zuvor nie vorstellen konnte, überhaupt in Kontakt zu kommen. Und vor allem sind dort Freundschaften entstanden, die sich anders anfühlen als im Alltag. Man trifft jemanden, kennt sich eigentlich kaum, und trotzdem spricht man plötzlich über Dinge, die man mit seinen engsten Freunden zuhause nicht teilt. Diese Nähe, diese Intimität – das ist für mich Hasenland.
Über die Jahre gab es viele Shootings, die mir in Erinnerung geblieben sind, aber am meisten sind es die Menschen selbst, die Spuren hinterlassen. Wenn ich ein Beispiel nennen müsste, dann wäre es der “Problematic Roadtrip”, den ich 2025 mit Gregor Mähler und fünf Models umgesetzt habe. Doch selbst dieses Shooting steht für mich eher symbolisch für die Kreativität, die dort möglich wird, als dass es die Begegnungen überstrahlen würde.
Mit der Zeit ist, aus meiner Sicht, filigree zu einem inoffiziellen Mitglied des Hasenlands geworden. Nicht, weil es offiziell dazugehört, sondern weil es mir so sehr am Herzen liegt, dass ich es verteidigen würde, als wäre es meine eigene Veranstaltung. Für mich war es jedes Jahr wichtig, von möglichst jeder Person mindestens ein Bild in der Ausgabe zu zeigen – egal, ob jemand schon lange dabei ist oder gerade erst anfängt, ob jemand große Reichweite hat oder nicht. Im Hasenland sind alle gleich: Models, Fotograf:innen, Newcomer, Veteran:innen. Niemand bekommt eine Sonderbehandlung.
Vielleicht ist es genau das, was mich antreibt: Dankbarkeit und Sehnsucht. Das Hasenland ist ein Ort fernab vom Alltag, ein Ort ohne Sorgen. Und mit filigree versuche ich, dieses Gefühl zu bewahren – Jahr für Jahr, Seite für Seite.
Voices of Hasenland
Wenn ich durchs Hasenland laufe, fühl ich sofort diese Energie – als wär alles um mich herum ein Mix aus Festival, Kunst und Familie zugleich. Man trifft hier Leute, die man sonst nie kennengelernt hätte, und trotzdem fühlt es sich so an, als wären wir schon ewig miteinander verbunden. Jeder ist kreativ, wild und echt, ohne dass irgendwer bewertet, wer was macht. Es ist dieser Spirit von “mach einfach, sei du selbst”, der mir jedes Jahr aufs Neue zeigt, warum ich wiederkomme. Für ein paar Tage vergisst man Alltag und Regeln, alles dreht sich um Ideen, Experimente und das pure Miteinander.
Und genau das ist das Besondere: Egal ob Profi oder Anfänger, Fotograf oder Model, jeder bekommt Raum, sich auszudrücken. Man lacht, lernt, umarmt sich – und manchmal bleibst du einfach stehen und merkst: Das hier ist mehr als nur ein Event, es ist ein Safe Space, ein kreatives Zuhause auf Zeit
„Das Zusammenkommen von so vielen kreativen Menschen, die dieselbe Leidenschaft teilen.“
– Gini | @_ginitonic_
“alles, ist, möglich”
– Stella | @lockvogel.fotografie
„Die Stimmung – einfach dieser Mix aus Festival, Kreativität und Freiheit.“
– Corinna | @corinna_ggm
“kreativ, bunt, wild”
– Maria | @noctis_legato
„Die Menschen, die da sind – wie sie miteinander und zu mir sind. Ich werde so viel geküsst und umarmt wie sonst nie mehr im Jahr, ich erfahre so viel Liebe und Wertschätzung, ich habe mich schon unzählige Male zurückhalten müssen, um nicht heulen zu müssen, weil es einfach zutiefst ergreifend echt ist.“
– Amaya Vider-Schubert | @la_amayita
“bunt, verrückt, genial”
– Andreas Gnad | @photography_gnad
„Die vielen Menschen – man kann sich mit ganz vielen austauschen, man lernt Neues kennen. Ganz schwer zu beschreiben, aber ich mag alles daran.“
– Tina | @tinas_herzensmomente
„Das Vertrauen, das man hier spürt – in sich selbst und in andere.“
– Suzan | @suzieffekt
„Die Vielfalt – an Menschen, an Perspektiven, an Vibes.“
– Alexandro Kuzzo | @alexandro_alex_kuzzo
„Die Atmosphäre – es fühlt sich an wie ein Zuhause auf Zeit.“
– Jess | @jlphotohype
„Dass wir uns alle bei Amaya treffen dürfen, unsere Kreativität ausleben und ausprobieren dürfen – in einem Safe Space mit tollen Menschen. Und wir einfach eine tolle Zeit haben.“
– Jochen Schittenhelm | @j._schittenhelm_photography
„Dass sich hohe Redakteure, sowie kleine Menschen, Hobbyisten und Profis zusammentreffen und gemeinsam agieren. Diese Harmonie im Großen und Ganzen ist das Beste.“
– Oskar Kamil Kremser | @oskarkremser_photography
„Das gemeinsame Erschaffen von etwas Einzigartigem – das verbindet.“
– Natalie | @natalie__ohne__h
„Die Energie – das ist wie ein kreativer Rausch, der lange nachwirkt.“
– Sarah | @sarahpur_
„Das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein – wie eine kreative Bewegung.“
– Sabrina | @saby.mod88
Perspektive der Veranstalterin
Rückblick
Filigree: Wenn du an das allererste Hasenland 2022 zurückdenkst – was war deine ursprüngiche Vison? Hat sich das Event so entwickelt, wie du es dir damals erträumt hast?
Amaya: Die Wahrheit ist: es gab keine Vision. Keinen Plan. Kein Ziel. Es war ein Sprung ins Blaue. Das erste Hasenland war ein größeres Meet-Up quasi, aus nem Spaß in einer Story-Umfrage entstanden.
Ich hatte nicht auf dem Schirm plötzlich ein Event für 400 Menschen zu organisieren. Das hat sich über die Jahre so entwickelt. Meine Vision jetzt ist es, dass es bleibt wie es ist. Weil es genau so wunderschön ist.
Herausforderungen
Filigree: Hinter einem so großen Community-Event steckt sicher viel Organisation. Gab es Momente, an denen du gezweifelt hast oder wo du dachtest: „Das schaffen wir nicht“?
Amaya: Haha… da muss ich kurz schmunzeln. Jedes Jahr denke ich, dass wir es nicht schaffen! Jedes Jahr, wirklich!
Es wird monatelang daran gearbeitet und die letzten Wochen natürlich extrem. Gott sei Dank haben wir diese Mannschaft an Verrückten, die uns unterstützt! Alleine wäre es in der Größenordnung nicht mehr machbar. Ich denke das kann jeder nachvollziehen, der schon mal eine Shooting-Reise, ein größeres Meet-Up etc. geplant hat. Unterm Strich klappt dennoch immer alles. Aber der Aufbau und die Organisation geht bis zur letzten Sekunde.
Highlights
Filigree: Welcher Hasenland-Moment ist dir persönlich bisher am stärksten im Gedächtnis geblieben – und warum?
Amaya: Gott seid Dank gibt es nicht den einen Moment, sondern unzählig viele schöne Momente.
Ich liebe am Hasenland die Stimmung im allgemeinen, Der Zusammenhalt, die Eindrücke und die vielen Freundschaften die über die Jahre hinweg entstehen. Der Vibe. Die großen Augen der Teilnehmer, wenn sie das Gelände betreten. Die Vorfreude… es ist irgendwie eine Art kindliche Vorfreude. Wie an Weihnachten als man nicht erwarten konnte seine Geschenke zu öffnen und die Augen leuchteten.
Community
Filigree: Viele beschreiben das Hasenland als einen sehr besonderen Ort, fast schon wie eine zweite Familie. Wie erlebst du die Community hinter den Kulissen?
Amaya: An den vier Tagen fühlt es sich tatsächlich wie eine große Familienfeier an. Im Großen und Ganzen sind die Teilnehmer ganz toll miteinander. Mit einem absoluten Selbstverständnis.
Natürlich weiß ich, dass es hinter den Kulissen oft anders läuft. Es wäre naiv zu denken, dass alle immer Friede, Freunde und Dicke miteinander sind. Leider läuft es in dieser Szene oft nicht so schön ab. Es gibt viel Neid, Missgunst, Kopieren und schlechtes Gerede. Was richtig schade ist.
Whatever, im Hasenland sind alle lieb zueinander und das zählt für mich! Es soll zeigen, dass es eben auch anders geht: Miteinander.
Und ich liebe es, dass es alle so unheimlich zu schätzen wissen! Da Kämpf ich manchmal mit den Tränen tatsächlich.
Entwicklung
Filigree: In den letzten drei Jahren hat sich das Hasenland stark verändert – neue Locations, größere Sets, mehr Teilnehmende. Welche Neuerung(en) waren für dich die entscheidendsten?
Amaya: Irgendwie musste sich das Hasenland verändern. Es kamen mehr Menschen aus der Szene, aus den verschiedensten Bereichen der Fotografie. Es musste mehr angeboten werden als ein Tischchen mit ner Vintage Decke drauf oder ein paar Blümchen. Auch meine eigene Fotografie hat sich natürlich weiterentwickelt und somit auch meine Ideen wenn es um den Set-Bau geht.
Im Prinzip verändert es sich somit von alleine. Auf dem Gelände findet man eben genau die Setups, die ich selbst gern shooten würde. Was ich dann aber leider nie tue. Aber ich freue mich riesig zu sehen was alle anderen daraus machen. Das ist fantastisch und die Ergebnisse so irre unterschiedlich.
Persönliche Rolle
Filigree: Du bist Veranstalterin, aber gleichzeitig auch selbst Teil der Szene. Wie hat sich das Hasenland für dich persönlich angefühlt – als Mensch, nicht nur als Organisatorin?
Amaya: Ich liebe das Hasenland. Für meine komplette Familie ist es vermutlich mittlerweile das Highlight im Jahr geworden. Wie könnte ich es nicht lieben, lauter glückliche Menschen auf einem Haufen zu sehen und wenigstens einmal im Jahr ganz viele Freunde wiederzusehen?!
Zukunft
Filigree: Wohin soll sich das Hasenland entwickeln? Gibt es eine Vision für die nächsten Jahre, die du schon mit uns teilen kannst?
Amaya: Go with the Flow… wir werden sehen wohin es sich entwickelt! Es ist ja nur zu Teilen von mir abhängig.
Wir werden sehen wie sich die Szene entwickelt. Wir werden für jedes Hasenland über unsere Grenzen gehen und das Beste geben, soviel ist sicher.
Blick nach innen
Filigree: Was treibt dich jedes Jahr aufs Neue an, diesen riesigen Aufwand zu stemmen?
Amaya: Ehrlich gesagt schwöre ich mir vor dem Event immer „Nächstes Jahr machen wir das nicht mehr!“, aber spätestens wenn ich sehe, wie dankbar und glücklich alle sind, ist jeder Stress vergessen!
Natürlich verdienen wir auch ein bisschen was daran, aber nach all den Abzügen, Materialkosten, Rechnungen etc. ist die finanzielle Seite sicher nicht als Hauptgrund zu sehen, denn diese Arbeit vor dem Event wiegt das nicht auf. Da kann man schwer realistisch rechnen.
Nein, Hasenland besteht und bleibt wegen den Menschen die jedes Jahr wiederkommen und das mit derselben Freude wie an Tag eins. Das ist unbezahlbar und der Motor des Ganzen.
Fazit
Drei Jahre Hasenland – drei Jahre voller Begegnungen, Geschichten und Erinnerungen. Was einst als spontanes Meet-Up begann, ist heute zu einem Fixpunkt in der Fotoszene geworden. Amayas Antworten machen deutlich: hinter den bunten Sets, den Workshops und dem leuchtenden Feuer am Abend steckt nicht nur viel Organisation, sondern vor allem Herzblut und Gemeinschaft.
Das Hasenland ist kein perfekt durchgeplantes Festival. Es ist ein Ort, der sich jedes Jahr neu erfindet, getragen von den Menschen, die anreisen – aus allen Ecken Deutschlands, mit unterschiedlichen Stilen und Ideen. Genau diese Vielfalt macht den Zauber aus: Fashion neben Fantasy, Akt neben Portrait, kleine Momente am Feuer neben großen Inszenierungen aufwändiger Sets.
Für Amaya und ihr Team bedeutet das Hasenland gleichermaßen Herausforderung wie Erfüllung. Zwischen letzten Schrauben am Set-Bau und der Vorfreude der Teilnehmer bleibt vor allem ein Gefühl: Dankbarkeit. Dankbarkeit für eine Community, die zeigt, dass Miteinander stärker sein kann als Konkurrenz.
Wohin sich das Hasenland entwickeln wird? Niemand weiß es so genau – und vielleicht ist gerade das sein Geheimnis. “Go with the Flow”, sagt Amaya, und genau das ist wohl das Wesen dieses besonderen Ortes: wachsen, ohne etwas zu erzwingen. Solange die Freude, die leuchtenden Augen und das Gefühl von Familie bleiben, ist klar: Das Hasenland wird seinen Zauber nicht verlieren.

